Die Kunst sich gegenseitig zu schützen

Nach anfänglichen Zweifeln ob das Tragen von Mundschutzmasken wirksam sei, zeigt die Erfahrung ein positives Ergebnis: Konsequentes Tragen von Schutzmasken lassen die Infektionsraten niedriger bleiben. Mund-Nasen-Schutz gibt es als OP-Masken, medizinischen Atemschutzmasken oder als Alltagsmasken in verschiedenen Varianten.

Einmal-OP-Masken sind aus dreilagigem Vliesstoff. Sie haben am oberen Rand einen flexiblen Metallbügel, um sie eng an den Nasenrücken anpassen zu können. Das Gesichtsfeld bleibt so frei und der Ein- und Austritt der Atemluft nach oben wird reduziert – so kann die OP-Brille nicht beschlagen. Diese Maske verhindert das Eindringen von Tropfen aus Nase und Mund des an der Operation beteiligten Fachpersonals in das OP-Feld und verhindert die Kontaminierung. Sie ist nur einmalig zu verwenden und bei Durchfeuchtung unwirksam.

Der einfache Mund-Nasen-Schutz (MNS) besteht aus Baumwolle und manchmal auch aus anderen Stoffen. Er unterliegt keinerlei Anforderungen oder DIN-Vorschriften. Einen Teil der Tröpfchen und Aerosolen des Trägers wird blockiert und dringt nicht nach außen und zu Menschen, die gerade in der Nähe sind. Er schützt nur bedingt. Auch dieser wird nach Durchfeuchtung unbrauchbar und muss gewechselt werden. Er sollte häufig bei 60 Grad in der Waschmaschine gesäubert werden.

FFP 3 und FFP2 Maske(filtering face piece) schützen vor Rauch, festen und flüssigen Staub und Aerosolen. Sie sind mehrlagig aus Papier oder Stoff und sitzen mit geringfügigem Abstand über Mund und Nase. Sie haben Ventile, die die Atemluft nach draußen entlassen. Zwar kann beispielsweise die FFP2-Maske bis zu 94 % der schädlichen Partikel filtern, doch gleicht das Atmen durch diesen Filter dem eines Atmens durch einen Strohhalm. Man hat ständig das Gefühl zu wenig Luft zu bekommen und kann die Maske nicht lange tragen. Der Virusforscher Drosten bezweifelt die Alltagtauglichkeit medizinischer Masken. Sie sind für Pflegekräfte und Ärzte gemacht, die nah am infizierten Patienten arbeiten müssen müssen und darauf angewiesen sind, das über den Filter möglichst viele Tröpfchen entfernt werden. Bei Feuchtigkeit verringert sich die Filterleistung und bei Durchfeuchtung muss die Maske sofort gewechselt werden. Sie sind nur einmal verwendbar und sollten im Idealfall nach zwei Stunden gewechselt werden, spätestens aber nach einer Arbeitsschicht. Will jemand unbedingt solche Masken tragen, sollte beim Kauf unbedingt auf das Vorhandensein des DIN-Zeichens geachtet werden.

Wie viel Atemschutzmasken bewirken können – die Diskussion reißt bis heute nicht ab. Letztlich ist ihre Tauglichkeit bisher auch zu wenig erforscht. In der Bevölkerung entwickelt sie sich immer mehr zur “Glaubens- und Ideologiefrage” und bewirkt bei einem Teil der Menschen einen zu nachlässigen Umgang mit der Schutzmaske. Während einer Pandemie ist gegenseitiger Schutz notwendig. Auch wenn dieser Schutz niemals hundertprozentig sein wird.

Fazit:

Die Atemschutzmasken – es ist immer Mund- und Nasenschutz gemeint – sind wirksam gegen Tröpfcheninfektionen samt Aerosolen und verringern deren Ausbreitung. Für einen Teil der Bevölkerung ist das dauerhafte Tragen (z.B. in Firmen und Supermärkten oder in Schulen) problematisch. Besonders wird über Atmungsschwierigkeiten und über häufiges Nasenbluten geplagt. In schweren Fällen ist eine Befreiung von der Maskenpflicht angemessen.

Das Maskentragen ist als Ergänzung zu den anderen Verhaltensregeln in Corona-Zeiten nachhaltig wirksam.